Wenn Kartoffeln glücklich machen

Gepostet von am Okt 16, 2013 in Referenzen | Kommentare deaktiviert für Wenn Kartoffeln glücklich machen

Wenn Kartoffeln glücklich machen

Kindern schmeckt Essen auch jenseits von Spaghetti und Pommes frites: Die Hortschüler aus dem Kinderhaus Burgberg mögen ihre Mittagsmahlzeit, die von Holger Kissing geliefert wird.

Dampfende Kartoffeln, panierter Zackenbarsch und zufriedene Kinder: Holger Kissing ist Lieferant für das Mittagessen in den Kindergärten St. Suso, St. Angelus und Burgberg sowie für die Kinder des Schulhorts im Kinderhaus Burgberg. Und er hat geschafft, was wenigen gelingt: Durch die Verarbeitung regionaler Produkte und seiner Orientierung an einer Nährwerttabelle trifft sein Essen bei den Eltern wie bei den Kindern auf Zustimmung.

Während an drei Überlinger Schulen seit Schuljahresbeginn die westfälische Firma Apetito das Mensaessen liefert – zentral aus Rheine in halbgarem, gefrorenen Zustand – bekommen die Kindergärten ihr Essen frisch aus der Küche von Holger Kissing. Der Küchenmeister, der in verschiedenen Hotels tätig war, versteht etwas von Kochkunst: „Es ist mir wichtig, die Kinder gut zu versorgen – sie werden nicht anders behandelt als die Hotelgäste früher.“

Das kommt bei den Kindern an: „Ich finde das Essen besser als früher. Es gibt jetzt immer Nachtisch, das gab es früher nicht“, kommentiert Ariana, acht Jahre. Und Linus (acht Jahre), dem Blumenkohl nicht so mundet, weiß, dass sich Holger Kissing besondere Mühe mit dem Fisch macht: „Der schmeckt auch richtig lecker.“ Bis vor der Sommerpause hatte das Kinderhaus Suso sein Essen von den Helios-Kliniken bezogen, es wurde zentral von Villingen-Schwenningen geliefert.

Das Essen werde von den Kindern gut angenommen, bestätigt Beate Filip, Leiterin des Kindergartens Burgberg. Nudelgerichte stünden hoch im Kurs, beim Gemüse seien Karotten und Brokkoli beliebt. „Wir sammeln derzeit Erfahrungswerte und sind in engem Kontakt mit Holger Kissing.“ Zum Beispiel bevorzugten Kinder ihr Gemüse getrennt, nicht als Mischgemüse.

Durchschnittlich 110 Essen bereitet Holger Kissing für seine drei Abnehmer täglich zu, es dürften gerne etwas mehr sein. In der Ausschreibung der Stadt waren etwa 160 Essen vorgesehen, darauf fußt auch seine Kalkulation. „Im Moment läuft das Geschäft noch ins Minus, aber wenn es mehr Essen werden, dann passt es.“ Seinen Standort in der Johann-Krauss-Straße habe er aufgegeben und nun eine Küche in Salem angemietet. Hier habe er in die nötigen Geräte investiert, um bis zu 300 Essen fertigstellen zu können. Der Transport erfolgt in Thermo-Boxen im Auto, dann werden die Speisen in Wassertöpfen heiß gehalten. Die Produkte bezieht Holger Kissing von regionalen Lieferanten, hierbei profitiert er von seinen Geschäftsbeziehungen ins Allgäu, darunter auch Bio-Bauern.

Und als guter Hotelkoch ist Kissing gerne bereit auf Kinderwünsche einzugehen. „Zum Beispiel werden Karotten mit etwas Rohrzucker angeschwitzt, die Sauce drücke ich mit Honig, das ist schmackhafter.“ Der Gesundheits- und der Frischeaspekt stehen dabei stets im Vordergrund.

Grund genug, sein Catering zu erweitern. Um sein geplantes Pensum von etwa 200 Essen bewältigen zu können, hätte Holger Kissing gerne einen Auszubildenden zur Seite – immerhin habe das Ausbildungsjahr erst begonnen und er könne eine interessante Ausbildungsstelle bieten.

wordpress best themes - 2012 wordpress theme - magazine wordpress themes